Tischtanz

Eigentlich war der Abend gerade am ausklingen, als sich in einem doch schon recht alkoholgetränkten Gespräch herausstellt, dass ein paar von uns noch nie beim Tabledance waren. Also wird beschlossen, gleich am selben Abend noch die Lokalität zu wechseln. Der Mexikaner war ja bis eben ganz schick, die neue Idee aber erscheint noch viel besser, nicht zuletzt auch angetrieben durch die diversen Biere und Mojitos.

Wenige Minuten später stehen wir also vor ´nem Stripschuppen und die Einladung des Türstehers (“Na Jungs, süße, nackte Mädels nonstop an der Stange tanzen sehen?”) klingt auch irgendwie überzeugend. Dass man dafür mal schnell 10 Euros an der Tür abgeben muss, tut ja auch nicht ganz so weh, wenn man dafür einen Dollar bekommt, den man im Verlauf des Abends seiner “Lieblingstänzerin” ins Strumpfband stecken darf. Durch einen dicken, schweren, roten Vorhang wird man nach innen geschleusst, durch die vielen Spiegel glaubt man, überall tanzen die Mädels. Vom “Einlasser” Richtung Garderobe geschoben, ist man dort auch schon den nächsten Euro losgeworden. Weiter Richtung Tisch “irgendwo ganz vorne” merkt man plötzlich, dass das Spiegelkabinett recht zauberhaft eine einzige gelangweilte Tänzerin ins rechte Licht gerückt hat. Die anderen zwei stehen in der Ecke und lassen sich, in Erwartung ihres “Nonstop-Einsatzes” von zwei alten Männern teuren Schampus ausgeben. Schnell die Lage checken – welche der drei Damen wird meinen Dollar bekommen? Die dürre Blonde, die etwas kräftigere Blonde oder die Brünette, die gerade auf unseren Tisch zukommt, bei der man aufgrund der Stellung ihrer Augen allerdings nicht genau weiss, wen von uns sie gerade anvisiert? Schnell stellt sie fest, dass bei uns nicht viel zu holen ist, keiner von uns konnte sich spontan dazu entschließen, ihr einen Dollar zu geben, schließlich hat sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel geleistet.

Die Kellnerin kommt, dass Weizenbier für 8 € sowie die 0,33 Berliner für je 6,50 € sind schnell bestellt, sie versucht, weitere Dollar los zu werden (das Stück 5 €), aber auch sie hat keinen großen Erfolg. Von der Bar kommt eine Dame und flüstert mir ins Ohr. Ob ich Lust hätte auf etwas Massage oder auch Sex. Nö, denk ich, das jetzt nicht und auch nicht hier. Als auch noch eine zweite Tänzerin entnervt (und zurecht) feststellt, dass mit uns ja nicht viel los wäre, taucht keine zwei Minuten später Meister Proper mit schlechter Laune auf und positioniert sich neben uns. Der gehört wohl zum Haus…

Mein Blick schweift über seinen Oberkörper und mir drängt sich die Frage auf, ob er aufgrund seiner breiten Arme beim Wein trinken gekleckert hat, oder was das sonst für (im Schwarzlicht dunkelrot schimmernden) Flecken sind. Eigentlich wollen wir das an diesem Abend gar nicht mehr unbedingt herausfinden, sind ja auch immerhin schon fast eine Stunde hier, und offenbar nicht das Publikum, dass die hier haben wollen… Also wird beim Betrachten der dritten Tänzerin noch das Bier geleert, während Meister Proper wohl gerade vor der Tür ist (Wo ist eigentlich der Typ vom Nachbartisch?). Die letzte Tänzerin wird von uns zur Gewinnerin gekürt und bekommt die restlichen Dollar. Wir gehen. Leicht enttäuscht. Aber wir habens überlebt.

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Habe dann zuhause überlegt, dass man mit so einem Teil hier besser davongekommen wäre. Und möglicherweise ging es in dem Laden gar nicht in erster Linie darum, auf den Tischen zu tanzen…

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